Die Tischtennis-Freunde Illtal besuchen
ein Bundesligaspiel
Wie jedes Jahr wollten wir für unsere Jugendlichen und Schüler ein Weihnachtsgeschenk organisieren. Und wie immer stellte sich die Frage, was machen wir denn überhaupt? Mal wieder eine neue Schlägermappe oder einen Belagreiniger und einen Schwamm, alles bereits mehrfach verschenkt? So gefielen uns dann keine der gemachten Vorschläge so recht – also was tun?
Die Lösung kam spontan und war vollkommen auf der Hand liegend:
Wir besuchen gemeinsam ein Tischtennis-Bundesligaspiel! Schließlich haben wir mit dem 1. FC Saarbrücken TT einen äußerst erfolgreichen Bundesligisten direkt vor der Haustür. Doch es blieb die bange Frage, wie würde das Geschenk bei den Beschenkten, unserem Nachwuchs, aufgenommen?
Nachdem der Vorstand zugestimmt hatte, stürzte sich unser Organisationsteam in die Arbeit. Nach ein paar Telefonaten hatten wir dann die Eckdaten stehen, und Dank des großzügigen Sponsorings der proWIN GmbH konnten wir uns ein ansehnliches Kartenkontingent für das Heimspiel gegen den TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell sichern.
Die Sorge um die Aufnahme des Geschenks war vollkommen unbegründet, bereits bei der Ankündigung des geplanten Besuchs war unser Nachwuchs begeistert, und entsprechend groß waren die Resonanz und die Vorfreude. So starteten wir dann am Freitag, 04.02.2023, mit sage und schreibe 26 Kindern und Eltern um 17.30Uhr in Uchtelfangen zu unserem Abenteuer TT-Bundesliga.
Die Anfahrt gestaltete sich etwas holprig, so hatte die Stadt Saarbrücken ein paar Schikanen in Form von Umleitungen und Einbahnstraßen für uns parat, welche die ein oder andere Zusatzschleife verursachten, und zu guter Letzt mutete man uns noch einen schlaglochdurchsetzten Parkplatz zu! Doch nichts und niemand konnte uns aufhalten, und so kamen wir am Ende alle heil an der Joachim Deckarm- Halle an.
Kaum eingetroffen, ging es auch schon los, und so suchten wir uns die bestmöglichen Plätze aus. Bereits die Begrüßung der Mannschaften ließ aufhorchen, waren beide Teams doch mit Nationalspielern gespickt, allen voran der 1. FCS TT, der mit Patrick Franziska (Nr. 13) und Darko Jorgic (Nr. 9) gleich 2 Spieler unter den TOP 20 der Weltrangliste aufbot. Alle waren gespannt, welch Tischtennis-Feinkost man uns zu servieren gedachte.
Doch dann, zum Entsetzen der mitgereisten Jugendbetreuer Markus und Michael, verlief das erste Spiel vollkommen einseitig, und nach nur etwa 12 Minuten stand es 1:0 für die Gastgeber. Nicht, dass wir uns beschweren wollten, schließlich waren wir alle für das Heimteam, aber das ging dann doch unerwartet schnell über die Bühne. Man muss jedoch fairer Weise zugeben, dass Patrick Franziska ein nahezu fehlerfreies Spiel bot und sein Gegner einem schon leidtun konnte, so überlegen und souverän gestaltete der Saarbrücker Spitzen- und deutsche Nationalspieler die Partie.
Nun denn, es blieb zu hoffen, dass die Gäste aus Hessen in den ausstehenden Spielen mehr Gegenwehr leisten würden, und wir wurden sehr zur Freude aller nicht enttäuscht.
Schon das zweite Spiel, bei dem Cedric Nuytinck (Belgien) für Saarbrücken gegen den französischen Nationalspieler Alexandre Cassin antrat, bot spannende und teilweise spektakuläre Ballwechsel. Am Ende konnte Cedric einen knappen 3:1 Sieg feiern und erhöhte auf 2:0.
Im dritten und letzten Einzel des Tages kam es zum Duell von Darko Jorgic (Slowenien) und dem ehemaligen TOP 10-Spieler Wong, Chun Ting (Hongkong), welches Darko nach anfänglichen Schwierigkeiten noch mit 3:2 Sätzen für sich entscheiden konnte.
So siegte der 1. FC Saarbrücken TT verdient mit 3:0, und das Team wurde gebührend von den Fans gefeiert. Natürlich hätten wir uns gerne noch die beiden nicht mehr ausgespielten Partien angesehen, aber nach 1:55h Spitzentischtennis traten bei einigen Jugendlichen auch erste Ermüdungserscheinungen auf, welche jedoch sofort verflogen, als es um das Ergattern von Autogrammen ging.
Hier mussten die Trainer noch einmal eingreifen und die Anzahl der Autogrammkarten auf 2-3 reduzieren, der arme Patrick Franziska stünde sonst heute noch in der Deckarm- Halle und müsste Autogrammwünsche erfüllen, aber auch die Gäste mussten sich so manchem Autogrammjäger stellen. Hier zeigte sich das Besondere am Tischtennis – die Stars waren alle hautnah zu erleben und nicht hinter Absperrungen versteckt.
So traten wir hochzufrieden und manche von uns sicher ziemlich müde die Rückreise an. Unsere Jugendlichen hatten ihre Freude und konnten hautnah Spitzentischtennis erleben, und sicher haben sie das ein oder andere über unseren schönen Sport gelernt. Fest steht jedenfalls, es mag unser erster Besuch gewesen sein, aber ganz bestimmt nicht unser letzter.